|
Die Euro-Verklärungslust durch Bundesbank und EZB "Die Einführung des Euro ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem Europa, in dem sich Menschen, Dienstleistungen, Kapital und Waren frei bewegen können." (Quelle: EZB-Homepage Geschichte des Euro)Ein schöner Satz und für uns seit dem 01.01.2002, dem Tag der offiziellen Euro-Bargeld-Einführung, Realität. Natürlich haben wir uns das ganze Jahr hindurch mit diesem Euro geplagt. Wir können es einfach nicht lassen, noch in DM umzurechnen, um feststellen, daß seitdem vieles teurer geworden ist. Auch wenn das ja bis jetzt vehement geleugnet wurde. Doch hoppla, was hat denn dazu der Bundesbankpräsident Welteke zu sagen? Für Deutschland stellt der Bundesbankpräsident ein „durchgängiges Stimmungstief“ fest." Warum ? Weil die Bürger sich betrogen fühlen von den Wahlversprechen der Parteien, die sie an die Urne lockten. Im Nachhinein stellen wir jedoch fest, daß uns ab 2003 noch weniger Geld in der Tasche bleiben wird, da sich unsere hochgeschätzte Politikerklientel dazu durchringen mußte, mit noch mehr Sozial- und Steuerabgaben den durch sie in den letzten Jahren, und hier sprechen wir nicht nur von Rot-Grün, bankrotten Staatshaushalt zu sanieren, da oder besser gesagt, gerade weil unsere Volksvertreter ihre Hausaufgaben in den letzten Jahren nicht gemacht haben. "Seit Mai diesen Jahres wären die deutschen Lebenshaltungskosten nur noch um ein Prozent gestiegen. An dem ruhigen Preisklima werde sich im kommenden Jahr wenig ändern, was die reale Kaufkraft der Verbraucher kräftige. Angesichts der niedrigen Inflationsrate erscheine die vor allem im ersten Halbjahr geführte Diskussion über den „Teuro“ merkwürdig. Von dem Gespenst der Deflation sei Deutschland weit entfernt. Auch von den Lohnrunden werde kein Druck Richtung Rezession bei gleichzeitiger Deflationsspirale ausgelöst. Günstige Perspektiven verspreche der steigende Wechselkurs des Euro. Dadurch schwinde der Druck auf bestimmte Preise, etwa auf das in Dollar zu bezahlende Heizöl." Na klar ist von den Lohnrunden kein Druck zu erwarten, das einzige, was Arbeitnehmer in Deutschland noch zu erwarten haben sind Null-Runden oder ein paar Lutscher, die die Gewerkschaften als "Lohn" bezeichnen. Für uns ist es mehr die bessere Umschreibung für "hälftig staatliche Geldrückführung in Form von Steuern und hälftiger Überlebenskampf". Die Kaufkraft der Verbraucher wird sich nicht kräftigen, denn die haben noch weniger in der Lohntüte als in der Vergangenheit. Nun hat ja im Laufe des Jahres der Euro die Parität zum Dollar erreicht, die Frage ist nur, wie lange und welche Auswirkungen hat es auf die europäische Exportwirtschaft ? Die wirtschaftliche und konjunkturelle Lage ist in den USA nicht gerade rosig, was letztendlich auch auf den europäischen Markt zurückfällt. So ist es also nicht verwunderlich, daß für die Ankurbelung des Marktes etwas mehr als nur ein Quentchen Vertrauen in den Euro notwendig ist. Die USA bereiten sich auf den Krieg gegen den Irak vor. Ein Militärschlag kostet viel Geld, das der Steuerzahler. Aber auch das kurbelt die Wirtschaft an. Der Ölpreis wird letztendlich von den Kriegsgelüsten der Amerikaner abhängen und wir Europäer werden die Zeche bezahlen, nämlich dann, wenn der Preis für einen Barrel Rohöl sich verteuert und nur mit harten US-Dollars bezahlt wird. Das läßt den Euro wieder schwächeln und zur Weicheiwährung werden. Doch die Mehrheit glaubt immer noch an eine allgemeine Preistreiberei durch die Einführung des Euro-Bargeldes. "Diese Debatte kommt aus dem Bauch und lässt sich mit rationalen Argumenten nicht stoppen", resignierte selbst Bundesbank-Präsident Ernst Welteke vor der Vielzahl an Euro-Hypochondern. "Es grenzt an Hysterie", kritisierte sein Chefvolkswirt Otmar Issing. Wenn einer was zu sagen hat, dann muß ein zweiter noch einen oben drauf setzen. Wenn`s der Bundesbankpräsident ganz genau weiß, kann ein Untergebener ja wohl nicht alles wissen und deshalb ist es mehr als verzeihlich die "exorbitante" Euro-Preissteigerung als kollektiven Massenwahn deutscher Bürger herunterzureden. Nun gut. Dann scheinen offensichtlich wir wieder einmal etwas nicht zu verstehen. Dummheit ist eine Krankheit für die keiner kann, solange er nicht aufgeklärt wird. Von Rezession kann keine Rede sein. Wovon dann ? Laut Börsenlexikon ist eine Rezession ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung, zumeist einhergehend mit anhaltenden Kursverlusten an der Börse. Dieses erleben wir schon seit Jahren. Nach einer Währungsreform ist es nur natürlich, daß sich das neue Geld erst einmal seinen "Platz" im Weltgeschehen erobern muß. Die unterschiedlichen Wirtschafts- und Sozialbedingungen der einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion legen den Grundstein für eine kurzfristige Inflation (Geldentwertung), um die gemeinsame Währung erst einmal zu einer Stabilität führen zu können. Das sich das in jedem Mitgliedsstaat unterschiedlich auswirkt, ist nur recht und billig, denn wo unterschiedliches Preisgefälle, da auch unterschiedliche Preiserhöhungen zum Gleichheitsniveau. In 2003 scheinen wir jedenfalls in eine Depression zu rutschen - eine im Zuge eines enthaltenen konjunkturellen (Rezession) stattfindenden massiven Einbruchs in der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, zumeist mit erheblichen Auswirkungen auch auf die Bereiche des menschlichen Zusammenlebens. Ein Hoch auf den Euro ! Ein Hoch auf die Aussicht, im Frühjahr 2003 fast 4,5 Millionen Arbeitslose zu haben ! Ein Hoch auf die Depression, die uns höhere Sozial- und Steuerabgaben beschert ! Ein Hoch auf Hans Eichel - unseren Supersparminister und ein Hoch auf Bundesbankpräsident Welteke, der offensichtlich seinem Sozius aus dem Bankgewerbe einiges voraushat - die Gabe der meisterlichen Verklärungslust am Euro. Und Wim Duisenberg - der Präsident der Europäischen Zentralbank - hat vor einigen Tagen nun den Bundesbankpräsidenten Lügen gestraft und öffentlich erklärt, "wir hätten ehrlicher sein sollen" und daß es doch eine Verteuerung durch die Euro-Bargeldeinführung gab, aber nur eine ganz kleine. Wem kann man noch etwas glauben ? Kann es sein, daß wir uns im Frühjahr auf eine Teuerungsrate von 3 % einzustellen haben ? Was sagen Sie dann, Herr Welteke ? Auf das freie Bewegen in Europa - für Euro, Mensch, Markt und Dienstleistung. Das Gute an der Depression ist das periodisch wiederkehrende Versinken in die geistige Dumpfheit. Wer kann sich davor schon schützen ? Prosit Neujahr und guten Rutsch in die Depression ! |