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Deutschland und der Irak-Krieg Die deutliche und klare Aussage unseres Bundeskanzlers Gerhard Schröder, daß sich Deutschland nicht an einem Krieg gegen den Irak beteiligen wird, auch nicht in finanzieller Form, können wir nur zustimmen.Auch wenn die amerikanische Regierung unter Präsident George W. Bush weiter mit dem Säbel rasselt und auf der starren Haltung eines möglichen Alleingangs besteht, kann und will Deutschland sich nicht in die Ecke des Buhmanns drängen lassen und wird nicht mit dem Argument der "gestörten Beziehung zu Amerika" erpreßbar sein. Wer gestörte Beziehungen hat, ist wohl offensichtlich die amerikanische Regierung zum Nahen Osten. Die Gestörtheit scheint darin zu bestehen, daß die Länder des Nahen Ostens den schon seit Jahrzehnten fruchtlosen Versuch der USA dort Fuß zu fassen und eine ständige Militärpräsenz aufzubauen, entschieden Widerstand leisten. Die Bodenschätze, insbesondere das Öl, sind die Länder des Nahen Ostens einfach nicht bereit, vertrauensvoll und friedlich in die Hände der USA abzugeben und sich unter Vormund-(Vorherrschaft) stellen zu lassen. Warum auch ? Wären Sie bereit, Ihr Recht auf Selbstbestimmung aufzugeben ? Unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung" wurde der Krieg in Afghanistan geführt. Das Ergebnis der Terrorismusbekämpfung ist ein wirtschaftlich noch weiter zerstörtes Land, unzählige Opfer in der Zivilbevölkerung, die heute unter Hunger, Obdachlosigkeit, Krankheit und daraus resultierender hoher Sterblichkeit leiden. Doch die bekämpften Terroristen laufen immer noch frei herum. Langsam zeichnet sich ein etwas anderes Bild ab. Man könnte fast glauben, daß Afghanistan nur die Feuerprobe für einen Angriffskrieg auf den Irak war. Und George W. Bush wird endlich das vollenden können, was sein Vater nicht vollbrachte. Die Amerikanisierung des Iraks und des gesamten Nahen Ostens. Auf die Freundschaft, die nicht willkommen ist und auf die Feindschaft, die sich noch weiter gegen alles Westliche vertiefen wird, bis der Graben aufbricht und es keine Verständigung mehr gibt. Kein Iraker hat die amerikanische Regierung eingeladen, in ihr Land zu kommen, egal mit welcher Absicht. Wenn der amerikanische Präsident Bush den irakischen Diktator Hussein stürzen will, so möge er es doch bitte mit Hussein persönlich austragen, aber nicht die irakische Zivilbevölkerung, die ebenfalls schon jahrelang unter den verhängten Wirtschaftssanktionen der UNO leidet und den Preis für die Machtkämpfe zahlt, da noch mit weiter hineinziehen. Oder soll das ein schneller Blitzkrieg gegen ungeschützte Kinder, Frauen, Männer, Greise und Greisinnen werden ? Moderne Hightech-Waffen im Siegeszug gegen die wehrlose Zivilbevölkerung, die allenfalls als Demonstrationsversuchskarnickel für die Wirksamkeit und Effizienz der eingesetzten Waffensysteme herhalten muß ? Und wer haftet für die Folgen ? Amerikas Präsident Bush bestimmt nicht. Der wird irgendwann seinen wohlverdienten und finanziell angemessenen Ruhestand auf seiner Ranch verbringen und stolz seinen Enkelkindern das Fotoalbum vom Irak-Krieg zeigen. Ach, wie stolz kann man dann auf Großpapa sein, der die Welt vor dem Untergang schützte. Was werden die Iraker ihren Enkeln erzählen ? Daß die Amerikaner als Raubritter auf der Suche nach Öl und einem ihnen willfährigen Regierungsoberhaupt auf Raketen durch`s Land schossen und leider dabei die Grenzen des Erlaubten überschritten ? Und daß die Iraker und andere Länder des Nahen Ostens die armen, verirrten und verwirrten Amerikaner auf ihren Raketen freundlicherweise nach Amerika zurück umleiteten und die Dinger dort platzten ? Eine sehr noble, aber energische Geste und der unmißverständliche Wink mit dem Zaunspfahl, gefälligst dort zu bleiben, wo sie hergekommen sind. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 26 Abs. 1 lautet: " (1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." Deshalb tut jeder Politiker gut daran, sich genau zu überlegen, welche Position er in Bezug auf den Irak-Krieg vertritt. Denn auch die zur Verfügungstellung von Überflugrechten, Militärbasen usw. ist Beihilfe zum Angriffskrieg und damit unter Strafe zu stellen. Gerade die Grünen unter Außenminister Joschka Fischer, die sich ja als Umweltpartei profilierten, müßten massenweise Sturm laufen, denn die Folgen für Natur, Umwelt und Menschen werden katastrophal sein. Oder glauben Sie wirklich, daß die Überreste der eingesetzten Waffensysteme nicht in die Nahrungskette von Mensch und Tier gelangen und Europa davon verschont bleibt ? Wie sagte doch einmal Henry Kissinger, ehemaliger Außenminister der USA: "Das Öl ist viel zu schade, um es den Arabern zu überlassen !" Dieser Angriffskrieg auf den Irak ist für Deutschland viel zu wichtig, um die Entscheidung darüber, allein gerade den Amerikanern zu überlassen. |