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Kleiner Kanzler, ganz groß ! Was nun ? Unser Bundeskanzler ist und bleibt ein Medienstar.![]() 1998 beschritt er schnurstracks nach dem Wahlsieg von Rot-Grün den Weg in Richtung Kanzleramt und ließ keine Gelegenheit aus, als beliebtester Hauptdarsteller jeder möglichen und unmöglichen Medieninszenierung zur Verfügung zu stehen. Mit uns Bürgern als huldvolles Publikum. Keinen verwunderte es, daß er im ZDF beim Goldbärchen-Werbebanner Thomas Gottschalk in "Wetten daß ?" zwar etwas unbeholfen und flapsig herüberkam, doch auch Kanzler sind lernfähig. Sein größter Erfolg jedoch war die Aussage "Wenn ich es nicht schaffe, die Arbeitslosenzahlen drastisch zu senken, dann bin ich nicht wert, wieder gewählt zu werden." Eigentlich, eigentlich, ja, eigentlich hätte er 2002 in der Versenkung verschwinden sollen, doch wir Bürger entschieden anders. Natürlich auf Basis vollmundiger Wahlversprechen. Wo können wir die Meßlatte der Glaubwürdigkeit anlegen ? An den Zehenspitzen, am Sockelboden oder am Wahrheitsgehalt von Zitaten ? Der Kanzlersockel wackelt gewaltig. Gehalten wird er von Lobbyisten, Wirtschafts- und Finanzgrößen, getragen von den Regierungsmitgliedern jedweder Partei-Coleur und finanziert von den Bürgern Deutschlands. Nun ist dies alles in Gefahr. Weil die Diskussion um die soziale und wirtschaftliche Lage und Zukunft Deutschlands entbrannt ist. Sie entfacht die Gemüter aller, ob Parteimitglied, Bürger, Arbeitgeber oder -nehmer, Gewerkschaftler oder Beamter. Wie kann ein Kanzler mit einer so undankbaren und kläglichen Situation nur fertig werden ? Da gibt`s nur eins. Alle runter an den runden Tisch. Kommissionen bilden und Konzepte ausarbeiten, so daß sich keiner benachteiligt fühlt und alle seit Jahrzehnten angestammten Pfründe unantastbar bleiben. Was dem Kanzler dann oben auf dem Sockel dargereicht wird, ist letztendlich nur ein Haufen Papier voller Willensbekundungen, der je nach Interessenlage abgebaut oder erweitert werden kann. Unser Kanzler steht dann wieder auf seinem Sockel, reckt sich ein bißchen höher, hält sich am Tisch fest und verkündet mutig das Ergebnis. Umsetzung 1 : 1. Hinterher das Jammergeschrei. Von 1 :1 bleibt 1 : 0,2. Am Ende ist es nicht mehr das Ergebnis der Kommission, sondern der Zankapfel der Nation. Gespalten Regierung und Volk, der Kanzler meint, das hat er nicht gewollt. Nun wird der Spieß einfach herumgedreht. Nicht die Kommission, nicht das Konzept ist falsch, sondern die Bürger, die das einfach nicht kapieren wollen. Vorher hat keiner was gewußt und hinterher wird es falsch interpretiert. Das Dilemma ist groß. Gerhard Schröder hat sich in letzter Zeit sehr rar gemacht. Nichts mehr mit Presse- und Medienrummel. Die Presse hat schließlich zur Hatz auf Politiker geblasen. Kleiner Bundeskanzler, egal wie groß der Sockel ist, der unter die Füße geschoben wird, den Bürgern kann man es nur auf Augenhöhe erklären. Die Bürger werden herabschauen, obwohl sie nicht auf einem Sockel stehen und nicht umgekehrt. Was nun ? |