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Kochen ist eine Kunst, für die man viel Zeit, Fingerspitzengefühl, Phantasie und einen Hauch von Raffinesse braucht. Das wichtigste jedoch sind allerfeinste Zutaten von guter Qualität. Dann kann selbst der Ungeübte ein richtig leckeres Mal zaubern. So, wie unser Minister Eichel mit seinem Haushaltsentwurf für 2004. Die Basis bildet die Creme des unverhofften Optimismus nach 2 %-igem Wirtschaftswachstums. Abweichungen von oben nach unten können nicht ausgeschlossen werden. Was heute vorsichtig als "fundiert prognostiziert" wird, kann morgen schon ganz anders sein. (War das nicht die Geschichte vom "Wahlbetrug" September 2002 ?) Nun geht`s ans eingemachte. Sprich die Zutaten. Um einen Haushalt auf die Beine zu stellen, der wenigstens nicht gleich den Ansatz der Hoffnungslosigkeit verbreitet, hat unser Starkoch zugegebenermaßen ein paar alte Gassenhauer wiederaufgewärmt, wie die Streichung der Eigenheimzulage, Kürzung der Pendlerpauschale, Subventionsabbau etc. und damit gleich den Pott zum Überkochen gebracht. Ja, Sie lesen richtig. Alles, was Union heißt oder gemeint sein will, ist sich einig. Gegen Eichel. Das waren sie schon 1999, als Eichel Subventionen für die Wirtschaft abbauen wollte. Und dann so vieles aus der Zutatenliste streichen mußte, daß sich das Menü a la Carte nur noch in der Wohlfahrtssuppenküche schlucken ließ. Wer hat geschluckt ? Rentner und die Empfänger von Arbeitslosgeld und -hilfe. Denn deren Einkommen stiegen nur entsprechend der Inflationsrate. Und die Gewinne der Unternehmer im vergleichbaren Zeitraum ? Na, wenigstens schlucken jetzt ein paar mehr. Nämlich auch Arbeitnehmer. Das exotische Gewürz heißt politischer Senf a la "eigenverantwortlich und eigenfinanziertes Sozialsicherungssystem". Sprich, die Stufe der Schärfe wird jeden Tag neu justiert, von "Riester-Rente" über "Krankengeld" bis "Zahnersatz". Selbst ist der Koch. Das eigene Mahl zu kreieren ist eine Sache, es anderen zum "Schmaus" vorzusetzen, die andere. Erstickungsanfälle und Brechreiz-Kaskaden sind einkalkuliert. Wenn es sich als nachweislich "lebensbedrohend" oder "existenzgefährdend" erweist, wird der ganze Pott auf den Müll gekippt. Und hoffentlich die Rezepturen gleich mit. Rot-Grüner Märchensalat - verfeinert mit schwarzen Unions-Oliven - ist kein italienisch leichtes Mittelmehrgericht - gut für Gesundheit und Figur - sondern realistische, deutsche Hausmannskost, die schwer im Magen liegt und Haufen hinterläßt, die wenig Substanz, dafür aber viele Füllstoffe enthalten. Billigst zu erwerben, aber ohne jeglichen Nähr- bzw. Sozialwert. Tipp von DogInstinkt: Wenn Ihnen nicht mehr genug zum Leben bleibt, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Hans Eichel. Dessen Tafel ist jeden Tag reichlichst gedeckt. Für experimentelle Zwecke fällt gern ein Brocken vom Tisch des Ministers herunter. Weiß er eigentlich, was Sie da fressen ? Neue Kochrezepte werden in den nächsten Tagen ausprobiert und veröffentlicht. Wenn Sie sich bis dahin auf der grünen Wiese noch keinen Fußpilz geholt und im roten Mohnfeld noch nicht das Hirn "verrauscht" haben, können Sie sich als "lebendendes Versuchskarnickel" jederzeit gern melden. Risiken und Nebenwirkungen erklärt Ihnen dann das politisch verantwortliche Gremium. Denken Sie immer daran, für eine gesunde Lebensweise ist wichtig - in der Kürzung liegt die Würzung. Der Menü-Suppenküchenführer |