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Der "schnelle" Euro von Bundesanstalt für Arbeit oder der Griff in volle
Kassen
Na, die Konjunktur ist lau und die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt mau. Überall
sind die Kassen leer, doch bei der Bundesanstalt für Arbeit ist dies wohl nicht
der Fall. Jeden Monat zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach dem
Solidarprinzip je 3,25 % vom Bruttolohn des Arbeitnehmers in die Kassen der
Bundesanstalt für Arbeit ein und schieben in unfreiwilliger Weise einen Markt
an, der entgegen allen wirtschaftlichen Prognosen boomt und traumhafte
Zuwachsraten präsentiert - der Weiterbildungsmarkt.
Eigentlich dachten wir ja immer, daß die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung
dafür ausgegeben werden, um Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind,
den Zeitraum bis zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit finanziell zu
überbrücken. Daß dieser Anteil am Gesamtbeitragsvolumen 2002 von 52 Mrd.
€
gerade mal 24 Mrd. € ausmacht, ist den wenigsten bekannt.
Doch wofür wird der Rest ausgegeben ? 21 Mrd. € für
arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Dahinter verbergen sich Maßnahmen, die
eigentlich der schnelleren Eingliederung Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt dienen
sollen. Also, ABM-Maßnahmen, Umschulung, Fort- und Weiterbildung etc.
Um einen neuen Job
zu finden, ist es sicherlich manchmal sinnvoll, an geeigneten Schulungsmaßnahmen
teilzunehmen. Doch
bei der Bundesanstalt für Arbeit scheint ein gerade zu ungebrochener
Schulungswahn zu herrschen. 30.000 sogenannte Weiterbildungsunternehmen(!) deutschlandweit
werden in geradezu krimineller Weise auf Kosten der Beitragszahler
ausgehalten mit sage und schreibe 7 Mrd. €. Doch ein
Arbeitsloser hat meist nichts davon, außer monatelang die Schulbank gedrückt zu
haben und immer noch keinen Job. Der Abschluß dieser Schulungsmaßnahmen ist
meist nicht einmal das Papier wert, auf dem es steht. Welcher Bock wird hier
eigentlich zum Gärtner geschult ?
Wenn es sich nicht um eine öffentlich-rechtliche Institution handeln würde, kann
man fast glauben, die Mafia hat Einzug gehalten in die Bundesanstalt für Arbeit.
Der oberste Boss ist der Vorstandsvorsitzende "Don Floriane de Gerster". Das
Kontrollgremium des Vorstandes ist der Verwaltungsrat, drittelparitätisch besetzt
mit hochrangigen Paten aus Gewerkschafts-, Arbeitgeber- und
Bundesministerialszene.
Sie entscheiden als Syndikat, wohin die Gelder fließen und wie sie schön in der
Familie bleiben. Gewerkschafts- und Arbeitgeberpaten haben gleich die größten
Weiterbildungsunternehmen(!) gegründet und schustern sich den größten Brocken
als versteckte Investitionen gegenseitig zu. Damit Länder und Kommunen nicht zu
kurz kommen, können sie den Rest der Beute an private Weiterbildungsunternehmen
verteilen und im Gegenzug dafür Steuern kassieren. Arbeitslose dienen als Mittel
zum Zweck, als Weiterbildungsobjekt, damit sie auch ja eine Daseinsberechtigung
haben. Ist dieser Zweck erfüllt und können sie nicht in Arbeit vermittelt
werden, gibt man sie zum Abschuß frei und liquidiert sie ins Sozialhilfeniveau.
Vielleicht haben sie dann eine Chance auf Arbeit.
Im Klartext heißt es nichts anderes, als das sich Interessenvertreter der
Arbeitnehmer (Gewerkschaften) und Interessenvertreter der Arbeitgeber
(Arbeitgeberverband) auf Kosten der Gesamtheit der Beitragszahler skrupellos
bereichern und dennoch mit weißer Weste als Sozialpartner automatisch an einem
Tisch sitzen. Wo bleibt die soziale Partnerschaft mit den Arbeitslosen und
Beitragszahlern ?
Und überhaupt, was heißt hier die Gewerkschaften repräsentieren die Interessen
der Arbeitnehmer ? Sie können maximal die Interessen ihrer gewerkschaftlich
organisierten Mitglieder repräsentieren und deren Zahl ist schon seit Jahren
immer verschwindend geringer ? Die Interessen der nichtorganisierten
Arbeitnehmer werden offensichtlich einfach unter den Teppich gekehrt, denn für
sie ist kein Vertreter im Verwaltungsrat. Da wäre Reformbedarf schon von
staatlicher Seite mehr als dringend angesagt, denn die Gewerkschaften haben
heute in Deutschland als Interessenvertreter ausgedient und sind eher nur noch
ein antiquiertes Relikt aus vergangenen Tagen. Oder besser gefragt, was suchen
die überhaupt im Verwaltungsrat der BA ?
Doch was übel aussieht, ist noch lange nicht übel genug. Oder besser
umschrieben, wer bei der Bundesanstalt für Arbeit auf einem Stühlchen sitzt,
kassiert selbstverständlich dafür auch Bezüge. Das kann ja wohl nur der Nebenjob
sein. Um die Existenz zu sichern, geht jeder selbstverständlich auch noch einem
Alltagsjob nach. Entweder in der Gewerkschaftsspitze wie Ursula Engelen-Kefer -
stellv. Verwaltungsratsvorsitzende der BA und stellv. Vorsitzende des
DGB-Vorstandes, als Unternehmer Christoph Kannengießer -
Verwaltungsratsvorsitzender der BA und Geschäftsführer, Rechtsanwalt und
Abteilungsleiter der Bundesververeinigung der deutschen Arbeitgeberverbände oder
aus der Gruppe der öffentlichen Körperschaften Georg Schmid - Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung,
Familie, Frauen und Gesundheit, Staatssekretär, MdL, Jurist.
(siehe untenstehende Tabelle)
Liest man den Haushaltsplan der BA für 2003, kann man fast glauben, es ist der
Stoff, aus dem Wirtschaftskrimis gemacht werden. Bei einem steigendem
Personalstand in 2003 auf 87.069 folgt eine Steigerung der Personalausgaben um
rund 124 Millionen €. Also, es stehen 4,2 Millionen Arbeitslosen ein
gigantisches Beamtenheer von 87.069 gegenüber, die wohl in der Lage sein
sollten, eine umfassend qualifizierte und erfolgreiche Vermittlungstätigkeit
durchzuführen. Weit gefehlt. Da wird in Zukunft auf Dritte zugegriffen, deren
Vergütung mit 200 Millionen € zu Buche schlägt plus nochmal 50 Millionen € für
die Beteiligung Dritter an der Vermittlung im Rahmen des Gutscheinverfahrens.
Für Honorare und Reisekosten an Sachverständige werden 32 Millionen € verbraten.
Was tun diese Sachverständige ? Prüfen, ob ein Arbeitsloser geeignet ist,
vermittelt zu werden ? Oder erarbeiten sie Empfehlungen für die effizientere
Gestaltung der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die dann wieder in irgendeiner
Schublade landen ? Doch nicht nur Schulungswahn, sondern auch Reisefieber
scheint die BA überfallen zu haben, denn dafür werden 20 Millionen €
verrissen. Wo geht denn wohl die Reise hin ? In die Weiterbildungsunternehmen
der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände ? Lernt man da vielleicht, wie man
Arbeitslose fit macht für den Arbeitsmarkt ?
Steigenden Beitragseinnahmen auf Seiten der BA stehen sinkende, geldwerte
Leistungsausgaben für Arbeitslose entgegen, denn deren gesetzlicher Anspruch
wird in schönster Regelmäßigkeit gekürzt.
Die Antwort auf alle Fragen liegt wieder einmal in der Mitte. Wo keine Jobs
sind, kann auch keiner Arbeit finden. Da greifen selbst arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen nicht, nur die Nutznießer in volle Kassen.
Das Kontrollorgan der Beitragszahler
Den Katalog der Milliardenverschiebung lesen Sie hier:
http://www.arbeitsamt.de/hst/services/finanzen/haushalt2003.pdf
und dort
http://www.arbeitsamt.de/hst/services/finanzen/haushalt2002.pdf
Weiterführende Links
Berufsfortbildungswerk des DGB
http://www.bfw.de/
Deutsche Angestellten-Akademie (ver.di)
http://www.daa-bw.de/
Bildungswerk der Bayrischen Wirtschaft e. V.
http://www.bbw.de/
Forschungen zur Effektivität von Weiterbildung unter "Pressemitteilungen"
http://www.iai-bochum.de/
Übersicht Weiterbildungsträger
http://www.iwwb.de/
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Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Arbeit
- Stand: 11. Juli 2002 -
Vorsitzender: Christoph Kannengießer
Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Ursula
Engelen-Kefer
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Arbeitnehmergruppe |
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Lfd. Nr. |
Mitglied |
Stellvertretendes
Mitglied |
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1 |
Dr. Ursula Engelen-Kefer
DGB-Bundesvorstand
Stellv. Vorsitzende |
Dr. Wilhelm Adamy
DGB-Bundesvorstand
Dipl.-Volkswirt, Abteilungsleiter |
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2 |
Dietmar Hexel
DGB-Bundesvorstand |
Dr. Ursula Herdt
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Mitglied im geschäftsführenden Vorstand, Leiterin des
Vorstandsbereichs Berufliche Bildung/Weiterbildung |
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3 |
Christian Zahn
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di |
Isolde Kunkel-Weber
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di |
|
4 |
Horst Schmitthenner
IG Metall
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied |
Axel Gerntke
IG Metall Vorstandsverwaltung
Gewerkschaftssekretär, Abteilung Sozialpolitik |
|
5 |
Veronika Keller-Lauscher
IG Bergbau, Chemie, Energie
Gewerkschaftssekretärin, Mitglied des geschäftsführenden
Hauptvorstands |
Peter Deutschland
DGB-Landesbezirk Nord
Vorsitzender |
|
6 |
Ernst-Ludwig Laux
IG Bauen-Agrar-Umwelt
Stellv. Bundesvorsitzender |
Hanjo Lucassen
DGB-Landesbezirk Sachsen
Vorsitzender |
|
7 |
Werner Weck
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten |
Stefan Körzell
DGB-Bezirk Hessen-Thüringen |
|
Arbeitgebergruppe |
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Lfd. Nr. |
Mitglied |
Stellvertretendes
Mitglied |
|
1 |
Günther Goth
Siemens AG
Leitung Zentralabteilung Personal |
Wolfgang Bartel
GV/AGV Metallindustrie
Mitglied der Geschäftsführung |
|
2 |
Heinz Fischer
Deutsche Bank AG
Bereichsvorstand Personal |
Dr. Lutz Mackebrandt
CMS Unternehmensberatung AG |
|
3 |
Knuth Henneke
BASF AG
Dipl.-Volkswirt, Bereichsleiter Personal |
Elke Gundel
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeit-
geberverbände
Dipl.-Volkswirtin |
|
4 |
Hans-Jürgen Aberle
BV/FV Deutsches Handwerk
Rechtsanwalt, Geschäftsführer |
Reinhard Daeschler
Hans Mauss KG
Baugesellschaft mbH & Co |
|
5 |
Stephan Götzl
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.
Hauptgeschäftsführer |
Dr. Thomas Klischan
Vereinigung UV Mecklenburg-Vorpommern
Hauptgeschäftsführer |
|
6 |
Christoph Kannengießer
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeit-
geberverbände
Rechtsanwalt, Geschäftsführer, Abteilungsleiter |
Gerhard Handke
Bundesverband des Deutschen Groß- und
Außenhandels e.V.
Rechtsanwalt, stellv. Hauptgeschäftsführer |
|
7 |
Ilka Houben
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeit-
geberverbände
Stellv. Leiterin der Abteilung Arbeitsmarkt |
Stefan Sarry
Thüringer Energie AG
Mitglied des Vorstands |
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Gruppe der öffentlichen Körperschaften |
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Lfd. Nr. |
Mitglied |
Stellvertretendes
Mitglied |
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1 |
Bernd Buchheit
Bundesministerium für Arbeit und Sozial-
ordnung
Ministerialdirektor |
Achim Wittrock
Bundesministerium für Arbeit und Sozial-
ordnung
Ministerialdirektor |
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2 |
Joachim Krüger
Bundesministerium der Finanzen
Ministerialdirigent |
Dr. Marion Thielenhaus
Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend
Verwaltungsangestellte |
|
3 |
Dr. Matthias Schürgers
Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie
Ministerialdirektor |
Veronika Pahl
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Minsterialdirektorin |
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4 |
Dr. Gitta Trauernicht
Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales
des Landes Niedersachsen
Ministerin |
Dr. Arnold Knigge
Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit,
Jugend und Soziales der Freien Hansestadt
Bremen
Staatsrat |
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5 |
Georg Schmid
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung,
Familie, Frauen und Gesundheit
Staatssekretär, MdL, Jurist |
Johanna Lichy
Sozialministerium Baden-Württemberg
Staatssekretärin, Landtagsabgeordnete |
|
6 |
Prof. Dr. Wolfgang Zeller
Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Soziales und
Gesundheit des Freistaates
Sachsen
Staatssekretär a.D. |
Roland Richwien
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur des
Freistaates Thüringen
Staatssekretär |
|
7 |
Dr. Rosemarie Wilcken
Hansestadt Wismar
Bürgermeisterin |
Eberhard Trumpp
Landkreistag Baden-Württemberg
Hauptgeschäftsführer |
|
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