Weg vom Gerechtigkeitsdenken - hin zum neuen sozialdemokratische Diskurs ?

Verdammt noch mal, es ist schon eine Tragödie, wenn ständig das modernste Zugpferd der Deutschen Bahn - besser bekannt als Unfall-ICE - aus der Spur hüpft, die Bremsen versagen oder noch andere Defekte ans Licht kommen. Ergebnis, das vorläufige Fahrverbot, bis alle Wartungsarbeiten abgeschlossen sind und ein sicherer Reiseverkehr für alle Passagiere garantiert werden kann.

Ach, wie gemütlich kann sich da der Schaffner Scholz weit aus dem Fenster lehnen und einen Kurswechsel in seiner Sozialdemokratischen Partei Deutschlands als Generalsekretär verkünden. Das modernste Zugpferd in der Parteienlandschaft wird künftig seinen Fahrplan weg vom Gerechtigkeitsdenken ausrichten. Wohin wird die Reise gehen ?

In Richtung Kapitaldenken. Na, ganz neu ist dieser Fahrplan aber nicht. Die Steuergeschenke an die Arbeitgeber sind noch ganz gut im alten Fahrplan verankert. Der Slogan Schröders zur Bundestagswahl 2002 klingt auch noch wie eine Bahnhofsansage im Ohr: "Ich werde für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland sorgen !"

Was bedeutet also für Schaffner Scholz "Weg vom Gerechtigkeitsdenken" ? Mittelalterliche Ausbeutungsmethoden - transferiert ins 21. Jahrhundert ? Weg vom Solidargedanken und den sozialen Sicherungssystemen ? Hin zu "Jeder ist sich selbst der Nächste und ich mir am meisten ?"

Wenn der Herr Schaffner Scholz über ein Existenzgeld für alle Bürger nachdenkt, kann man ihm vielleicht (?) folgen. Wenn er aber auch nur den leisesten Weichenwechsel in Richtung weiteren Sozialabbau und die Verschärfung zwischen Arm und Reich, sprich die Verteilung von unten nach oben anpeilt, werden wir die Weichenstellung ganz scharf justieren. Damit er gleich bei seiner ersten Zugfahrt freiwillig aus dem Führerhaus hüpft und nie wieder auf diesen Zug aufspringen kann. Wer dann in welcher Diskussion die Hosen voll hat, werden wir am Umfang und Geruch sehr genau erkennen können.

Ein Mann, wie Generalsekretär Scholz und dazu noch ein Mitglied der SPD, sollte besser auf seine Worte bedacht sein. In einer Zeit, in der weder er als Generalsekretär noch sein Bundeskanzler Schröder oder Vize Clement, Finanzminister Eichel-Rühr-meinen Haushalt-nicht-an, Gesundheitsministerin Ulla Spar-Dich-Gesund und ganz zu schweigen von all den anderen Möchtegern-politischen-Worttretern, es bis heute nicht sichtbar für uns Bürger geschafft haben, die wirklichen Probleme in Deutschland anzugehen und uns nur weitere Lasten aufbürden, ist eigentlich nicht mehr tragbar. Als Schaffner hat er seine Lizenz abzugeben. Führungsqualitäten sind beim Begleitpersonal gefragt, nicht heiße Kohlen zum Verfeuern. Oder will er vielleicht mit seinem Richtungswechsel selbst Bismarck in den Schatten stellen, den Vorreiter der sozialen Sicherungssysteme und sie durchsetzte ? Und das bereits vor mehr als 100 Jahren ? Bismarck galt als fortschrittlich, Scholz kann dann wohl nur als rückschrittlich durchgehen.

Auch das ist kein Problem. Bei der Bahn hat der Fahrgast ständig mit Verspätungen zu kämpfen. Scholz kämpft nur mit 100 Jahren. Was sind  da schon Minuten oder Stunden ? Tja, die Fahrgäste haben es sich bei der Bahn nicht gefallen lassen. Auf Monopolstellungen nehmen sie keine Rücksicht. Wir Bürger auch nicht. Falls, und wirklich nur falls, Scholz als Generalsekretär auf seinen Richtungswechsel besteht - weg vom Gerechtigkeitsdenken - können wir ihm gern alle Konten pfänden lassen. Möge sich dieser Sozialdemokrat auf eine Zeitreise begeben - 100 Jahre vor ihm. Möge er als Lohnarbeiter in einer Fabrik seine Kohle "scheffeln". Was glauben Sie, wie schnell der sich wieder ins 21. Jahrhundert zurück wünscht. Dann wäre solch hinterlistiges Gedankengut sofort vom Tisch.

He, he, wir wissen ja nicht, was der Anlaß für seinen Weichensprung in der Schüssel ist. Vielleicht zahlen wir ihm nicht genug. Kann möglich sein. Die verdammt knauserigen Bürger Deutschlands bezahlen ihre politisch Geadelten nicht standesgemäß und halten sie fast wie Sklaven an der langen Leine. Immer wollen wir wissen, was mit unserem Geld geschieht. Luxus um jeden Preis können wir uns als Bürger nicht leisten. Warum sollen wir andere finanzieren ? Aber soll das wirklich soweit gehen, daß wir unseren Politkern da auch Einschneidungen verordnen ? Schämt Euch, Ihr Geldsäcke !

Für Olaf Scholz wäre bestimmt ein lukrativer Posten in Aussicht, wenn er seine "Weg vom Gerechtigkeitsdenken-Mentalität" durchsetzen kann. Mann, Ihr Blödmänner Bürger, wollt Ihr im wirklich diesen Karrieresprung vom Schaffner zum Vorstandsmitglied - vielleicht Deutsche Sozialbahn-AG - vermasseln ? Wollt Ihr ihm den Handschlag von Bahnchef Mehdorn verweigern ? Bei fast 35 Grad Celcius schmilzt schon `ne Menge Hirn. Wo sich die Masse tatsächlich und nachhaltig verringert, hören und sehen wir jeden Tag.

Der Bahnhofs-Missions-Wärter